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    Brandschutz in der Galvanik: Den Brand verhindern, bevor er entsteht

    DiTEC Team

    Erst kürzlich ist bei einem Galvanikbetrieb erneut eine Anlage in Brand geraten. Das ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Musters, das die Versicherungswirtschaft seit Jahren beobachtet. Brände in der Galvano- und Oberflächentechnik verlaufen typischerweise rasend schnell – teils bis zur Explosion –, mit enormer Rauchentwicklung und der Freisetzung giftiger Chemikalien. Die Folgen reichen weit über den eigentlichen Feuerschaden hinaus: kontaminiertes Löschwasser, auslaufende Elektrolyte, Umweltschäden und Betriebsunterbrechungen, die ganze Unternehmen in die Existenznot treiben.

    👉 Die gute Nachricht: Das Brandrisiko in der Galvanik ist anlagentypisch hoch – aber beherrschbar. Und der wirksamste Hebel liegt nicht beim Löschen, sondern davor: in der frühzeitigen Erkennung, bevor überhaupt eine Flamme entsteht.

    Ein anlagentypisch hohes Risiko

    Die Zahlen der Versicherer sprechen eine deutliche Sprache:

    • Rund 70 bis 80 Brände pro Jahr ereignen sich in deutschen galvanotechnischen Betrieben.
    • Darunter sind jährlich etwa 10 bis 15 Großschäden mit Schadenhöhen von jeweils über 500.000 Euro.
    • Bei behördlichen Prüfungen nach § 29 BImSchG wurden in einem Auswertungszeitraum bei 63 % der Betriebe bedeutsame Mängel im Brandschutz festgestellt.

    Diese letzte Zahl ist die eigentliche Botschaft: Das Risiko wird im Betriebsalltag häufig unterschätzt.

    Wo es in der Galvanik tatsächlich brennt

    Das hohe Risiko entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer anlagentypischer Faktoren. Vier Ursachen stehen immer wieder im Vordergrund:

    • Beheizung der Prozessbäder: Viele Bäder werden bis nahe an die Siedetemperatur beheizt. Läuft ein direkt beheiztes Bad trocken – etwa durch Verdunstung oder Leckage – und ist die Niveauüberwachung defekt, überhitzt der Heizstab binnen Minuten. Sitzt er in einer Wanne aus brennbarem Kunststoff oder aus gummiertem Stahl, entsteht sehr schnell ein Brand. Dies ist die mit Abstand häufigste technische Brandursache.
    • Elektrische Zündquellen in der Hochstromversorgung: Galvanikprozesse arbeiten mit Strömen bis in den Kiloampere-Bereich. Gleichrichter, Kontakte und Verbindungen bieten zahlreiche potenzielle Zündquellen – verschärft durch die feuchte, korrosive Atmosphäre, die Kontakte altern lässt und Übergangswiderstände erhöht.
    • Wasserstoff und explosionsfähige Gemische: Prozessbedingt entsteht Wasserstoff; bei der elektrolytischen Entfettung sogar Knallgas. Ein Abreißfunke an einem schlechten Kontakt genügt als Zündquelle.
    • Betriebsfreie Zeiten: Ein wiederkehrendes Muster: Bäder werden nachts, am Wochenende oder vor Produktionsbeginn unbeaufsichtigt hochgefahren. Entsteht in dieser Phase ein Brand, wird er spät erkannt und breitet sich ungehindert aus.

    Der entscheidende Moment: bevor die Flamme entsteht

    Allen diesen Ursachen ist eines gemeinsam: Sie kündigen sich an. Ein überhitzter Kontakt, ein trockenlaufender Heizstab, ein defekter Gleichrichter – all das macht sich zuerst als Temperaturerhöhung bemerkbar, lange bevor etwas Feuer fängt. Genau dort entstehen viele Brände in galvanotechnischen Anlagen: an elektrischen Kontakten, an denen hohe Energiemengen übertragen werden.

    Wer diese Temperaturanstiege rechtzeitig sieht, kann eingreifen, bevor aus einem lokalen Defekt ein Brand wird. Damit verschiebt sich der ganze Brandschutz von der Schadensbegrenzung hin zur Schadensvermeidung.

    Vom Löschen zum Verhindern

    Ein wirksames Brandschutzkonzept bleibt immer ganzheitlich: bauliche Maßnahmen wie Brandabschnitte und Löschwasserrückhaltung, organisatorische Maßnahmen wie Gefährdungsbeurteilung und Wartung, dazu die Löschtechnik – von der Sprinkler- über die Sprühwasser- bis zur Wassernebelanlage. Diese Bausteine sind wichtig und gehören in die Hände der jeweiligen Fachpartner und in die Abstimmung mit dem Versicherer.

    Doch Löschanlagen greifen erst, wenn es bereits brennt. Den größten Hebel bietet die Ebene davor: Überwachung und Automatisierung, die Störungen erkennen, bevor sie eskalieren. Genau hier setzt DiTEC an.

    ProGal Brandverhütung: Temperaturanstiege sehen, bevor sie gefährlich werden

    Die Infrarot-Überwachungskamera aus der PROGAL.PLATTFORM überwacht kritische Anlagenkomponenten kontinuierlich und erkennt Temperaturerhöhungen frühzeitig – mit zwei frei konfigurierbaren Schwellenwerten:

    • Warnschwelle: Wird die erste Schwelle erreicht, erfolgt eine Warnmeldung. So lassen sich Wartungsmaßnahmen einleiten, ohne die Produktion zu unterbrechen.
    • Notabschaltung: Wird die zweite Schwelle überschritten, wird gezielt nur der betroffene Gleichrichter abgeschaltet. Der Energiefluss wird sofort unterbrochen und eine weitere Erhitzung verhindert – betroffen ist lediglich der aktuelle Warenträger, die übrige Produktion läuft weiter.

    Der Charme dieser Lösung liegt in ihrer Zielgenauigkeit: kein Großalarm, kein Produktionsstillstand, sondern ein präziser Eingriff genau dort, wo das Problem entsteht. Ergänzt wird das durch die weiteren Überwachungsfunktionen der Plattform – etwa Füllstandsüberwachung gegen Trockenlauf der Heizungen, redundante Temperaturüberwachung mit unabhängiger Sicherheitsabschaltung (STB nach DIN EN 14597) sowie die Überwachung kritischer betriebsfreier Zeiten.

    Ehrliche Einordnung

    DiTEC ist kein Brandschutzplaner und kein Hersteller von Löschanlagen. Unsere Stärke liegt in der Steuerung, Überwachung und Digitalisierung von Galvanik- und Beschichtungsanlagen – und damit in einem erheblichen Teil der präventiven Brandschutzmaßnahmen. Bauliche und löschtechnische Maßnahmen sowie die versicherungs- und behördenseitige Bewertung gehören zu spezialisierten Partnern. Der beste Brandschutz entsteht im Zusammenspiel dieser Ebenen – und beginnt lange vor der Löschanlage.

    Wie sicher ist Ihre Anlage?

    Stellen Sie sich ein paar einfache Fragen: Wird jeder Trockenlauf sicher erkannt? Gibt es eine unabhängige Temperaturabschaltung? Werden betriebsfreie Zeiten überwacht? Werden kritische Alarme dokumentiert?

    Wenn Sie bei einer dieser Fragen zögern, lohnt sich ein genauer Blick auf die Überwachungs- und Sicherheitsfunktionen Ihrer Anlage.

    Mehr zur Infrarot-Überwachung erfahren Sie in unserem Flyer „ProGal Brandverhütung". Gerne betrachten wir in einem kostenfreien Anlagen-Check gemeinsam Ihre Möglichkeiten, präventive Brandschutzmaßnahmen zu ergreifen, und zeigen Ihnen, wo sich Brandrisiken frühzeitig erkennen und vermeiden lassen. Mehr erfahren